KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

SWIMMING POOL – TROUBLED WATERS

Künstler*innen: Daniel Bozhkov, Nina Canell, C& Center of Unfinished Business, Mounir Gouri, Hulda Rós Gudnadóttir, Klara Hobza, Fermín Jiménez Landa, Santiago Mostyn, New Mineral Collective (Tanya Busse und Emilija Škarnulytė), Sandra Vaka, Ulrich Vogl, Ming Wong und ZEVS

+ Filmprogramm zusammengestellt von Olaf Stüber mit Arbeiten von Hanna Arvela, Alice Creischer, Rä di Martino, Monira Al Qadiri, Julika Rudelius und Corinna Schnitt

Kuratorin: Valeria Schulte-Fischedick

Kuratorische Assistenz: Gustav Elgin, Carola Uehlken

Wir kennen es alle, dieses wohlige, leichte, sonnendurchtränkte Gefühl, wenn das Wasser im tiefblauen Pool um unsere Füße glitzert … Wir kennen es alle? Die Ausstellung Swimming Pool – Troubled Waters handelt von Klischeebildern und Ausgrenzungen, sie schöpft aus einer Vielzahl von Assoziationen rund um das Thema „Swimmingpool“ und den vielfältigen und nachhaltigen Eintrübungen, die Wasser und unsere Beziehung zu Wasser erfährt. So nimmt die Ausstellung die unter anderem durch aktuelle Migrationsbewegungen hervorgerufene notwendige Diskussion um Klassenschranken und Ausgrenzungsmechanismen in Europa und global ins Visier. Filmgeschichtliche Referenzen, aktuelle künstlerische Arbeiten und ein der Recherche gewidmeter partizipativer Leseraum des C& Center of Unfinished Business versuchen, dem allmählichen Einsickern der Frage nach Ein- und Ausschlüssen in das Bewusstsein der Wohlstandsgesellschaft auf den Grund zu gehen.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Film-Remake A Bigger Splash von 2015, das auf den Klassiker La Piscine (Der Swimmingpool) von Jacques Deray zurückgeht. Luca Guadagnino hat damit einen regelrechten Antifilm geschaffen und den sinnlich-eleganten Vorgänger von 1969 gegen den Strich gebürstet. Während Der Swimmingpool alle gesellschaftlichen Konfliktfelder nur am Rande streift, sind in A Bigger Splash im Hintergrund wie beiläufig Geflüchtete eingeblendet und am Ende fatal in die Handlung eingewoben: Wenn es im Film entscheidend darum geht, wer für einen Mord im Pool beschuldigt werden soll, sind die Protagonist*innen sich darüber einig, diese für die Tat verantwortlich zu machen. Der Titel des Films spielt zudem auf David Hockneys A Bigger Splash von 1967 an. Dieser ikonischen Darstellung hedonistischer, queerer,  kalifornischer Lebenslust steht das Wissen um akuten Wassermangel und Wasserverschmutzung gegenüber.

Der Swimmingpool als unbeschwertes Zeichen von Wohlstand und entsprechende Klischee- und Wunschbilder werden in der Ausstellung nachhaltig eingetrübt.

 

Ein die Ausstellung begleitendes Rahmenprogramm wird in Kürze auf www.bethanien.de bekanntgegeben.

Ein Katalog zur Ausstellung mit Beträgen von Andrew Berardini, Övül Ö. Durmusoglu, Gustav Elgin, Maaike Gouwenberg, Gudny Gudmundsdóttir, Nele Heinevetter, John Holten, Linda Jalloh, Àngels Miralda, Mearg Negusse, Bert Rebhandl, Vanina Saracino, Valeria Schulte-Fischedick, Olaf Stüber und Carola Uehlken ist HIER erhältlich.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: uehlken@bethanien.de.

AUSSTELLUNG
06.08. – 15.09.2021
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

ERÖFFNUNG
06.08.2021
15 - 21 Uhr