KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

Sara Rönnbäck

Liminal Observations

Sara Rönnbäck, Liminal Observations, 2021. Courtesy the artist

In Liminal Observations beschäftigt sich die Künstlerin Sara Rönnbäck mit den Veränderungen der Materialien in urbanen Räumen sowie in der Natur. Ihre Skulpturen und Installationen erinnern an „Plastiglomerate“ – ein Begriff, der die Verschmelzung unterschiedlicher Sedimente mit Plastik bezeichnet. Wie der prominente „Bowerbird“, der Gleichfarbiges oder Gleichförmiges sortiert, um sein futuristisch anmutendes Nest zu dekorieren, sucht Rönnbäck in ihrer Umgebung Material, transportiert dieses in ihr Atelier, wo anschließend die Blüten, Blätter, Zweige oder Steine sowie Plastikteile und Flaschenverschlüsse auf ihre Potenziale untersucht werden. Eine Bodenarbeit, die in organisch-fließenden Formen durch den Raum verläuft, wird zum Setting für ihre hybriden Skulpturen, die aus dieser Sammlung entstanden. Wie in vielen ihrer Arbeiten sind die Beziehungen zwischen Zeit, Körper und Raum zentral.

„Liminalität“ als anthropologischer Begriff erfährt momentan ein großes Revival. Ursprünglich beschreibt er den Schwellenzustand, in dem sich Individuen oder Gruppen befinden, nachdem sie sich rituell von einer Ordnung lösen, um Neues akzeptieren zu können. Angesichts der drastischen ökologischen Veränderungen, mit denen wir konfrontiert sind, erweitert sich die Rezeption weg vom Menschen hin zu einem ganzheitlichen Verständnis der liminalen Zustände in unserer Umwelt. In diesem Sinne vermittelt die Ausstellung einen ganz persönlichen Einblick in ein von der Künstlerin empfundenes ständiges Entwickeln. Neben der raumgreifenden Installation zeigt Rönnbäck in einem intimen Setting ein Journal, in dem sie Notizen, Fotografien und Studien zu ihren jüngsten Erfahrungen im asphaltierten Berlin und in der Natur vor ihrem Haus in der schwedischen Provinz nahe der norwegischen Grenze preisgibt.

Sara Rönnbäck (geb. 1988) lebt in Oslo, Norwegen, und Värmland, Schweden. Zu ihren letzten Ausstellungen gehören Ephemeral Situations, Noplace, Oslo (2017), Box Summer Studio, Röhsska Museum, Göteborg (2019), Consciousness in the Time of Kairos, Kurant, Tromsø (2018), Fragile Times, Galerie im Körnerpark, Berlin (2020). Seit 2015 arbeitet sie zusammen mit Daniel Slåttnes an dem Projekt Conversation between Bodies, das in verschiedenen Formaten unter anderem bei BOA, im Atelier Nord und in der RAM Galleri in Oslo, im Kunstmuseet Nord-Trønderlag, bei Aldea, Bergen, im Rackstadmuseet Arvika und im Oppland Kunstsenter, Lillehammer, gezeigt wurde. Ihre nächsten Ausstellungen werden im Kunstforening in Kongsvinger (2021) und im Kunstnerforbundet in Oslo (2022) zu sehen sein. Sara Rönnbäck ist Stipendiatin des Office for Contemporary Art Norway – OCA.

AUSSTELLUNG
01.10. – 24.10.2021
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

KÜNSTLERPORTRAIT
Sara Rönnbäck