KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

Chen Yi (Chih-Chien Chen)

Lichen_

Chen Yi (Chih-Chien Chen), Lichen_, Courtesy the artist

In seiner Ausstellung bezieht sich Chen Yi auf die Gaia-Hypothese, die von der Mikrobiologin Lynn Margulis und dem Geochemiker James Lovelock in den 70er-Jahren entwickelt wurde. Ihre Hypothese besagt, dass die Erde und ihre Biosphäre als Lebewesen angesehen werden kann, das aus dem Weltraum betrachtet wie ein einziger lebender Organismus erscheint, den die einzelnen Organismen in Symbiose bilden.

Aus Gaias Sicht sieht Chen die Menschheit an der Erdoberfläche wie Flechten (lateinisch Lichen) gedeihen. Flechten sind winzige symbiotische Lebensgemeinschaft aus Algen und Pilzen, die wie Moos aussehen und etwa auf Felsen, Bäumen und Mauern wachsen. Analog entwickeln sich die Menschen mit Hilfe von Wissen und Technologie fort und gründen verschiedene Formen der Gemeinschaft. Chen fragt, wo der Mensch in Bezug zur Umwelt steht und befasst sich mit den Wechselwirkungen, die ein Netz der Koexistenz zwischen allen Dingen und Wesen knüpfen.

Unter Berücksichtigung der zunehmenden Vermischung von virtuellem und realem Raum, sammelte er in Berlin per Handyscanner Stichproben im Sinne einer Gaia-Perspektive. Mit Hilfe verschiedener Medienformate, die Makro- und Mikroebenen aufgreifen, entstehen Kunstwerke, die sich wie Mutationsprozesse von Gaias Cyborgisierung lesen lassen.

Chen Yi (geb. Chen Chih-Chien, 1979 in Yunlin, Taiwan) studierte an der Taipeh National University of Arts. 2010 gründete er das Künstlerkollektiv LuxuryLogico. Zu Chens Ausstellungen gehören u. a. ALC Videoart Festival 2021 (MACA Museum für Zeitgenössische Kunst von Alicante, Spanien 2021), Where Have All the Flowers Gone – These Flowers (MoCA Taipei 2019), Thailand Biennale (2018), Asia Triennial Manchester (2014), Asian Art Biennial (2013), Taiwan Biennial (2012). Website des Künstlers: yi-studio.net

AUSSTELLUNG
12.11. – 05.12.2021
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

ERÖFFNUNG
12.11.2021
14 - 19 Uhr

KÜNSTLERPORTRAIT