KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

Che-Wei Chen

Spear

Che-Wei Chens jüngste künstlerische Praxis fokussiert auf die Subjektivität von Menschen mit psychischen Störungen und reflektiert die Komplexität gegenwärtiger Lebensbedingungen. Chen erforscht die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mithilfe vielfältiger Perspektiven innerhalb komplexer Strukturen und Erzählungen. Seine Arbeit enthüllt nicht nur das verdrängte kollektive Unbewusste, sondern untersucht auch die den Gesellschaftssystemen zugrunde liegenden Macht- und politischen Strukturen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Themen wie Postkolonialismus, Moderne, Klassifizierung, Biopolitik, etc.
Chens neuer Film Spear, der seiner Ausstellung den Titel verleiht, wird im Künstlerhaus Bethanien Premiere feiern. Er ist eine Zusammenarbeit mit einem Freund Chens, einem Schauspieler mit einer dissoziativen Störung. Der Film beginnt mit einer individuellen Erfahrung und versucht, dieses Fragment einer traumatischen Erinnerung in eine künstlerische Form zu überführen. Gleichzeitig geht es auch um Hypnose. Der Film entfaltet eine kombinierte Erfahrung, die mit Realität und Fiktion, dem Gespenst des Traumas und der fragmentierten Erinnerung verwoben ist. Trauma und bewegtes Bild sind hier ein- und dasselbe: sie verflechten sich permanent und treten ganz plötzlich auf.
Spear untersucht die Situation von Menschen unter dem Einfluss von Gewalt und der Stummschaltung von Sprache. Die Betrachter gewinnen Einblick in die Archetypen des Traumas: Gewalt, Macht, Unterdrückung, Kontrolltechniken, etc. Was wir sehen, ist nicht mehr nur das bloße Leben eines Individuums, sondern ein Mikrokosmos des kollektiven Traumas. Darüber hinaus wird implizit die Disziplinierung, Macht und Vorherrschaft deutlich, die ein ideologischer Staatsapparat ausübt.

AUSSTELLUNG
15.11. – 15.12.2019
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

ERÖFFNUNG
14.11.2019
19 Uhr

KÜNSTLERPORTRAIT