Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns, Sie zur Eröffnung der folgenden Ausstellungen einladen zu können: |
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Studio I |
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Studio I |
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| Ausstellung: 12. Juli – 11. August 2002 |
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| Gemeinsame Eröffnung: Donnerstag, 11. Juli 2002,
19 Uhr |
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Pressekonferenz/ -vorbesichtigung: Donnerstag,
11. Juli 2002, 19 Uhr
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Seit 1993 vergibt die DZ BANK AG, Frankfurt am
Main, jährlich zwei Stipendien an junge Künstler im Bereich der
künstlerischen Fotografie in der Gegenwartskunst. Die DZ BANK Kunststipendien
sind mit jeweils rd. EUR 12.600 dotiert. Zum Abschluss des Stipendienjahres
erhalten die Künstler die Möglichkeit, ihre Projekte im Rahmen
einer Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien sowie einer begleitenden
Publikation der Öffentlichkeit vorzustellen. Seit dem Jahr 2000 werden
die DZ BANK Kunststipendien getrennt in den künstlerischen Disziplinen
"Fotografie" und "Beschleunigte Fotografie/Videokunst" vergeben. Die DZ BANK
trägt damit der Tatsache Rechnung, dass Fotografie sich längst
nicht mehr als rein statisches Medium präsentiert, und innovativen Künstlern
mit den Neuen Medien und digitalen Technologien eine Vielfalt neuer Möglichkeiten
der künstlerischen Auseinandersetzung zur Verfügung steht.
Christian Jankowski, geboren 1968, lebt und arbeitet in Berlin.
Bis 1996 studierte er Freie Kunst an der Hochschule für bildende Kunst
in Hamburg. Jankowski war bereits in zahlreichen Ausstellungen und Festivals
vertreten, so z.B. dem steirischen herbst, Graz und der Biennale von Venedig.
Für seine "pointierte Sichtweise in seiner Auseinandersetzung mit Phänomenen
des Kunstbetriebs sowie der Medien- und Alltagswelt" sprach die Jury Christian
Jankowski das Stipendium in der Sparte "Videokunst" zu.
Jankowskis künstlerisches Werk nimmt stets Bezug auf das Spannungsverhältnis
zwischen Realität, der "Echtzeit" und "konservierter" Zeit, wie die Medien
sie aufzeigen.
Für The Holy Artwork, das als großformatige Projektion
in Studio I, einem ehemaligen Sakralraum gezeigt wird, ließ Jankowski
einen der für Amerika typischen Fernseh-Prediger eine Ansprache an seine
Gemeinde halten, deren Thema in einem solchem Rahmen zunächst eher ungewöhnlich
erscheint: es geht um Kunst. Der Zuschauer erlebt jedoch staunend, wie Pastor
Peter Spencer sich rhetorisch versiert und kenntnisreich über die spirituelle
Bedeutung von Kunstwerken und das Wesen von "holy art", sowohl im Bezug auf
die Kunstgeschichte als auch im Hinblick auf das Spirituelle im Alltag verbreitet
und letztlich auch den Bezug zu Jankowskis gerade entstehendem Werk – dessen
Akteur und damit Mitautor der Pater selbst ist - herstellt. Überzeugend
argumentiert der Prediger für den Stellenwert von Kunst, die spirituelle
Bereicherung, die auch"”nicht-religiöse" Kunst für ihr Publikum
darstellen kann und die Bedeutung von Spiritualität für das tägliche
Leben jedes Einzelnen.
Wie häufig in seinen Arbeiten bricht Jankowski den linearen Zeitverlauf
dieser authentischen evangelistischen Filmaufnahme dadurch, dass er selbst
der Predigt zu Füßen des Paters lauscht – der Künstler überwältigt
niedergesunken in religiöser Verzückung: ein häufig porträtiertes
Motiv in den Gemälden der alten Meister.
The Holy Artwork hinterfragt das Wesen der Kunst und die Rolle
des Künstlers in der modernen Mediengesellschaft ebenso wie die Funktion
der Medien Film und Video als Spiegel postmoderner Identitätsbildung.
Sean Snyder, geboren 1972 in den USA, lebt und arbeitet in
Berlin. Er studierte ab 1993 an der Frankfurter Städelschule, Hochschule
für bildende Künste. Snyder erhielt das Stipendium in der Sparte
"Fotografie" für "die herausragende Position seiner Arbeit, die er in
einer stringenten Form konsequent erweitert und für seinen Umgang mit
fotografischen wie digitalen Mitteln, der die Schlüssigkeit seines strukturalistisch
angelegten Werkprinzips beweist".
Sean Snyders künstlerisches Werk analysiert die komplexen Strukturen
von urbanen Umfeldern und ihrer Architektur, von öffentlichen Räumen
und deren Repräsentation in den Medien. Seine umfangreichen Recherchen
dokumentieren die Beziehung zwischen (staatlicher) Autorität und dem
urbanen und medialen Raum und fokussieren insbesondere auf die Geschichte
der großen utopischen Stadtplanungsprogramme des 20. Jahrhunderts.
Die beiden Werke, die Snyder in Studio II präsentiert, bilden die zwei
neusten Teile eines dreiteiligen Projekts, das sich mit der unwahrscheinlichen
Verbindung zwischen dem Architektur-Diskurs in Nordkorea und im Rumänien
Ceausescus befasst. Es heisst, Ceausescu habe sich bei seinen monumentalen
Planungen für den Neuaufbau Bukarests in den 70er und 80er Jahren an
der megalomanischen Architektur seines nordkoreanischen Amtskollegen Kim-Il-Sung
inspiriert und in dieser Zeit besonders häufig Staatsbesuche in Nordkorea
gemacht. Ausgehend von einem offiziellen Film der nordkoreanischen Regierung
aus den 90er Jahren mit dem Titel Changes in Pyongyang Forever in my Memory
- der die architektonischen Errungenschaften der Hauptstadt Nordkoreas herausstellt
und die Stadt als quirlige, lebendige Metropole präsentieren will - schafft
Snyder einen kritischen Diskurs, der in der Realität basiert und sich
mit Fiktion, Politik, Macht- und Globalisierungsstrukturen überlappt.
Dallas Southfork in Hermes Land, Slobozia, Romania thematisiert
die Geschichte des Nachbaus der Ranch aus der Fernsehserie "Dallas” irgendwo
in Rumänien. Dabei zeigt Snyder auf, in welchem Maße der mediale
Kulturkolonialismus geografische und kulturelle Grenzen zu durchdringen weiß.
Der Künstler bedient sich bei seiner Arbeit nicht nur der Fotografie,
sondern bezieht dokumentarisches Filmmaterial, Satellitenfotos, Texte und
Architekturmodelle als analytische Elemente in seine Arbeiten ein. Mit dieser
Methode hinterfragt Sean Snyder die schon so häufig postulierte Objektivität
und den Repräsentationsanspruch von Fotografie.
Im Rahmen des DZ BANK Stipendiums erscheint je ein Künstlerkatalog
zu den Arbeiten von Christian Jankowski und Sean Snyder.
Die Eröffnung der Ausstellungen findet am Donnerstag, den 11.
Juli um 19 Uhr statt.
Es sprechen Luminita Sabau, DZ BANK AG, Frankfurt am Main, und Christoph
Tannert, Künstlerhaus Bethanien.
Um 18 Uhr möchten wir die Vertreter der Medien zu einer Pressevorbesichtigung
der Ausstellungen in die Studios I und II einladen. Christian Jankowski und
Sean Snyder werden anwesend sein.
Für weitere Informationen und Bildmaterial stehen wir gerne
zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Künstlerhaus Bethanien |
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