 MANOLO BAUTISTAs künstlerisches Werk verdankt sich den nahezu unbegrenzten technologischen Möglichkeiten im Bereich digitaler Bildbearbeitung und Animation sowie der computergestützten
Konstruktion dreidimensionaler Objekte. Die intensive Nutzung der digitalen Intervention ist für Bautista Dreh- und Angelpunkt einer multiperspektivischen Arbeitsweise, die eine eigenwillige
Ästhetik erzeugt, deren Charakteristikum die Dekontextualisierung des Dargestellten ist. Bautistas Werke führen den Betrachter durch eigenartige, aus der Realität gelöste Szenarien, in transitorische Räume und an narrative Orte, wo das Befremdliche ebenso präsent ist wie Humor und feine Ironie, und wo selbst reell Existierendes sich den Kapriolen des grenzenlos Virtuellen unterzuordnen scheint. Neuerdings gilt Manolo Bautistas Hauptaugenmerk der Interaktion zwischen architektonischen Räumen bzw. deren Simulation und Videoprojektionen mithilfe komplexer, virtuell animierter Strukturen.
Derzeit ist Manolo Bautista als Stipendiat des Iniciarte Programms, Sevilla im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms im Künstlerhaus Bethanien zu Gast.
Manolo Bautista – "Simulator"
23. Oktober – 8. November 2009, Studio 2
Eröffnung: Donnerstag, 22. Oktober 2009, ab 19 Uhr
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 ROSSELLA BISCOTTIs künstlerisches Werk umfasst Videos, Fotografien und bisweilen auch Skulpturen. Ihre Arbeiten entwickeln sich über einen längeren Zeitraum fort und finden ihre endgültige mediale Form zumeist in einem Video. Häufig beleuchten sie Geschichte und Geschichten im Zusammenhang mit Menschen, die nie im Licht der Öffentlichkeit standen, aber in Biscottis Arbeiten zur Quelle der Reflexion über individuelle wie auch kollektive Identität, Erinnerung und deren Darstellung werden können. Ausgangspunkt eines Werkes ist bei Biscotti stets ein gesellschaftliches oder politisches, eventuell weit zurückliegendes Ereignis, auf das die Künstlerin z.B. in Form einer Dokumentation oder Zeitungsnotiz aufmerksam wird und das sie in der Folge akribisch recherchiert. Die gefundenen Dokumente, Fragmente einer individuellen Geschichte, überführt Biscotti mithilfe ihrer Arbeiten in Reflexionen über Identität, unseren Bezug zur Realität und die Darstellung von Erinnerung. Das subtile Wechselspiel zwischen verborgenen bzw. multiplen Identitäten, Fiktion und Realität sowie die sich überlagernden Zeitebenen machen dabei die charakteristische Anziehungskraft von Biscottis Videos und Installationen aus.
Rossella Biscotti ist Stipendiatin der Fondazione Palazzo Strozzi, Florenz im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms. Die Künstlerin wird zudem durch ein Unterhaltsstipendium des Fonds voor Beeldende Kunsten, Vormgeving en Bouwunst, Amsterdam gefördert.
Rossella Biscotti – "A short story about memory, pentothal and dreams."
23. Oktober – 8. November 2009, Studio 3
Eröffnung: Donnerstag, 22. Oktober 2009, ab 19 Uhr
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BE Magazin #16 neu erschienen! | + |
 BE #16 – "NANNY"
Wer den Abstand ermessen möchte, der uns von den gesellschaftlichen Vorstellungen der Swinging Sixties trennt, könnte dies am Beispiel der Entwicklung des Kindermädchenjobs tun: Hier die bildhübsche Julie Andrews als verschmitzte Soubrette, die im charmanten Disney-Klassiker "Mary Poppins" Kinder das Fliegen lehrt, dort die gestiefelte Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank als Super Nanny in der gleichnamigen Reality-TV-Serie, die Amok laufenden Würstchen zeigt, wo der Hammer hängt. Schöne neue Welt, in der es neben allerlei technischen Eselsbrücken von Beratern, Trainern, Experten, Personal Assistants, Coaching-Gurus und sonstigen Hundeflüsterern nur so wimmelt. Ohne fremde Hilfe kriegen wir’s scheinbar nicht mehr auf die Reihe.
Gleiches gilt offensichtlich auch für unser Kunstverständnis. Wie sonst erklärt sich der ins Absurde ausufernde Zuwachs pädagogischer Be- gleitmaßnahmen jeder Art, deren teils penetrante Aufdringlichkeit den Blick auf das Kunstwerk restlos verschränkt? Dieser Situation rückt der Kunstkritiker THIBAUT DE RUYTER auf den Leib, wobei er die nicht unwesentliche Frage stellt, wer hier wen für blöd hält. Aber sind nicht auch die Künstler mittlerweile als durchweg hilfsbedürftige Gattung einzustufen? Glaubt man dem Australier ADAM GECZY, gleicht ins- besondere der Artist-in-Residence oftmals einem „Stück Treibholz auf hoher See“ und ist somit seinen Gastgebern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Geczy, selbst einst Stipendiat im Atelierprogramm des Künstlerhauses Bethanien, zeichnet ein (selbst)ironisches Porträt, dem Ex-Bethanier sicherlich in vielen Punkten zustimmen werden. Mit Nannytum wiederum hat THOMAS BAYRLE, der seit Mitte der 1970er Jahre an der Frankfurter Städelschule unterrichtet, nun wirklich nichts am Hut. Mit der Gelassenheit des Elder Statesman beschreibt der emeritierte Künstler seinen Lehrauftrag als den eines „Grundmanagers“, der die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen hat. Ihm wäre ein prätentiöses Sprachkonstrukt wie „super- califragilisticexpialigetisch“ jedenfalls nie über die Lippen gekommen, über das schon Mary Poppins sich dereinst lustig machte: „Wer es laut genug aufsagt, scheint klug und fast prophetisch.“ (Boris Kremer)
Der umfangreiche KÜNSTLERTEIL enthält monografische Beiträge zum Werk von Jungju An (Wolfgang Oelze), Cynthia Girard (Oliver Koerner von Gustorf), Romeo Gongora (Veronika Schöne), Ane Graff (Karin Schulze), Sara Hughes (Christina Végh), Jost Kirsten (Petra Reichensperger), Tomasz Kowalski (Jens Asthoff), Anouk Kruithof (Rebekka Reuter), Pia Lindman (Maren Lübbke-Tidow), Ives Maes (Hajo Schiff), Christodoulos Panayiotou (Valeria Schulte-Fischedick), Björn Perborg (Christiane Opitz), André Sousa (Dominikus Müller) und Guy Zagursky (Kerstin Stakemeier).
BE #16 kann ab sofort zum Preis von 8,- Euro beim Künstlerhaus Bethanien und in den Ausstellungen bestellt, bzw. direkt erworben werden. Für die Vertreter der Medien hält das Pressebüro des Künstlerhauses auf Anfrage Rezensionexemplare bereit.
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