 NEVERTHELESS fragt danach, wie es möglich ist, dass sich in unserer von Medien und Werbung dominierten, weitestgehend ‘geistlosen’ und durchweg oberflächlichen Zeit dennoch das Geistige in Form von radikaler Philosophie (mit erneut deutlichem Bezug auf Hegel) sowie in der Kunst, d.h. in schöpferischer, seelisch animierter Kraft offenbart.
Stellvertretend für diesen Trend stellt die Ausstellung sieben internationale KünstlerInnen vor, die es sich augenscheinlich zutrauen, dem „Geistigen in der Kunst“ (Wassily Kandinsky) mit unübersehbarem Purismus deutliche Impulse zu verleihen. Alle vertrauen dabei mehr oder weniger einem inneren Prinzip und der Interaktion von Kopf und Hand im Medium der Zeichnung. In ihren Werken deutet sich ein veränderter Zeitgeist an, der eher antimaterialistisch gestimmt ist und an der Amüsiergesellschaft zweifelt, aber nicht propagandistisch vergröbert. Nicht Nachahmung der Außenwelt, nicht Dokumentarismus sind die Ziele dieser Strömung, sondern die Suche nach dem Eigenleben verfeinerter Emotion, wie sie sich im flirrenden Strich und in einem introspektiven Ton manifestieren. NEVERTHELESS wird realisiert mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.
NEVERTHELESS
mit Arbeiten von: Tomislav Ceranic, Motoko Dobashi, Katja Eckert, Olaf Holzapfel, Sebastian Hammwöhner, John Kleckner, Roland Stratmann
11. Juli – 3. August 2008, Studio 1
Eröffnung: Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr
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Ulrich Polster / Christine Scherrer | + |
 ZAUM MATERIAL II ist eine 10-Kanal-Video/Sound- installation von ULRICH POLSTER (Video) und CHRISTINE SCHERRER (Sound), die sich in 3 x 3 Bildräume und eine Projektion gliedert. Die einzelnen Bildräume orientieren sich dabei am klassischen Format des Triptychons, das hier eine digitale Umsetzung erfährt. Das Werk erscheint als Choreographie von Versatzstücken und Fragmenten zur Unbestimmbarkeit von Erinnerung und nähert sich formal an die Kunstform der Oper an. Die Video- sequenzen ergeben im Zusammenspiel mit dem Sound Spiegelbilder der Ambivalenz menschlicher Gefühle und des Moments, an dem sie kippen, sich ins Gegenteil verkehren und emotionale Abgründe sich auftun. Die Schönheit des Visuellen wird dabei durch das Akustische gebrochen, die scheinbar entfesselten Bilder werden ‘im Zaum’ gehalten und der Sound nahezu physisch erlebbar gemacht.
Die Art und Weise wie Polster und Scherrer emotionale Isolation, die Suche nach Gemeinschaft und gesellschaftlicher Teilhabe angesichts des Verfalls sozialer Institutionen inszenieren, macht ZAUM MATERIAL II zu einer konfliktvollen ästhetischen Erfahrung, weist aber auch auf die Schönheit des Erinnerns hin.
Die Ausstellung ZAUM MATERIAL II wird realisiert mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.
ZAUM MATERIAL II
Ulrich Polster / Christine Scherrer
11. – 27. Juli 2008, Studio 2
Eröffnung: Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr
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 MARKUS DEGERMAN experimentiert in seinen Arbeiten mit Architektur- und Designelementen. Mit seinen Interventionen bearbeitet er den öffentlichen, urbanen oder institutionellen Raum. Für die Installation „No matter how hard you work...“ hat Degerman architektonische Elemente aus verschiedenen Environments nachgebaut und als skulpturale Objekte im Ausstellungsraum platziert: eine U-förmige, begehbare Metallgitterstruktur in der Art einer Rollstuhlrampe umläuft die Säulen in der Mitte des Raumes; eine Skulptur in Form einer Rundbogentür aus rauhfasertapezierten Spanplatten verweist auf ein beliebtes Architekturdetail früherer Jahre, das heute vor allem mit dem Kitsch bestimmter gastronomischer Einrichtungen assoziiert wird. Herausgelöst aus diesem Kontext, wirkt es wiederum wie ein cooles Design-Objekt. Eine weitere Komponente der Ausstellung sind aus Holz gefertigte Sprossenelemente für Fenster, wie sie einst für stilvolles Wohnen im Altbau standen: zwischenzeitlich als Plastikattrappen zum Aufkleben auf Neubaufenster zu haben, sind auch sie heute für viele in den Bereich des schlechten Geschmacks gerückt. Mit seinen stilistischen Beispielen weist Markus Degerman darauf hin, dass Architektur und Design als ästhetische Diskurse stets in Wechselbeziehung mit den politischen und gesellschaftlichen Diskursen stehen, und daher ebenso permanentem Wandel unterliegen. „No matter how hard you work...“ will das Potenzial für unterschiedliche Herangehensweisen an Begriffe wie ‘Qualität’ oder ‘Wert’ im Rahmen spezifischer ästhetischer und politischer Kontexte ausloten.
Markus Degerman ist Stipendiat des International Artists Studio Program in Sweden (IASPIS), Stockholm.
Markus Degerman – „No matter how hard you work to bring things up, there’s someone out there working just as hard, to bring them down“
11. – 27. Juli 2008, Studio 3
Eröffnung: Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr
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