 Ming Wongs neueres Werk erforscht schauspie- lerische Darstellungen von Sprache und Identität. Überzeugt davon, dass der Film das geeignete Medium zur Einsichtnahme in fremde Sprachen und Kulturen sei, interpretiert Ming Klassiker des Weltkinos, fremdsprachige Fernsehfilme oder Theaterproduktionen neu.
Im Künstlerhaus Bethanien entwickelte er seine neuste Videoarbeit „Angst Essen/Eat Fear“, eine Rekonstruktion des Films „Angst essen Seele auf“ (1973) von Rainer Werner Fassbinder. Der Film erzählt die Geschichte der Liebe zwischen Emmi, einer älteren Münchner Putzfrau, und dem wesentlich jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Ali – eine Verbindung, die im damaligen Deutschland nicht gesellschaftsfähig, wenn nicht gar skandalös war, und die im Fassbinder-Film schließlich aufgrund der Anfeindungen und der Ausgrenzung, die das Paar erfährt, zum Desaster zu werden droht. In „Angst Essen/Eat Fear“ spielt und spricht Ming Wong sämtliche Rollen selbst. In holprigem Deutsch verkörpert er bis zu fünf Personen gleichzeitig und wechselt so ständig zwischen verschiedenen, durch Geschlecht, Alter oder Nationalität definierten Identitäten. Er wählte den Film vor allem deshalb aus, weil er exemplarisch die Problematik des 'Außenseiters' und des 'Fremdseins' thematisiert.
Jenseits der Reflexion über Identität und ‘Alterität’, die das Anliegen seiner Recherche ist, haben Ming Wongs Arbeiten aber auch eine zutiefst humorvolle, unterhaltsame Dimension, die die positiven Möglichkeiten eines spielerischen 'Dazwischen' – zwischen Ethnien, Sprachen und Geschlechtern – aufzeigen will.
Ming Wong ist Stipendiat des National Arts Council Singapore im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms.
Ming Wong – Angst Essen/Eat Fear
6. – 22. Juni 2008, Studio 2
Eröffnung: Donnerstag, 5. Juni 2008, ab 19 Uhr
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 Haris Epaminonda nutzt illustrierte Bücher, Bildbände oder ältere Filme und bearbeitet die vorgefundenen Bilder mithilfe von Collagetechniken: sie schneidet mit dem Skalpell, reisst einzelne Partien aus oder legt das Papier in feine Falten. Die entstehenden Bilder fügen sich dabei nicht nach dem Muster klassischer Montagetechniken fest zusammen, sondern bleiben subtil in der Schwebe. Ihre kleinformatigen, mit dem Skalpell geschnittenen Papierarbeiten, die sie durch Übereinanderlagerung verschiedener Fotovorlagen entstehen lässt, sind fragile Kompositionen, die die Künstlerin nach formal-ästhetischen Gesichtspunkten arrangiert. Es geht ihr dabei um die spannungsreichen Beziehungen der Elemente untereinander, um Perspektive und Raumwirkung. In Studio 3 zeigt Haris Epaminonda eine aus vorgefundenem Bildmaterial gebildete Installation. Die Bilder wurden aufgrund ihrer Anziehungskraft auf die Künstlerin ausgewählt, bleiben vollkommen unbearbeitet und werden gerahmt in Form einer klassischen Bilderausstellung gehängt. Es gibt bei Epaminonda keine thematische Ordnung, gemein ist den Bildern nur, dass sie alle aus Büchern stammen, die zwischen den 30er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gedruckt wurden – eine Epoche, die Epaminonda aufgrund der haptischen und sinnlichen Anziehungskraft der ‘alten’ Materialien und Drucktechniken bevorzugt.
Die Installation in Studio 3 ist eine Weiterentwicklung der kleinformatigen Collagen, eine “Collage im Raum” (Epaminoda) und damit ein neues Werk, das über die Summe seiner Teile hinausgeht.
Haris Epaminonda ist Stipendiatin der UNDO Foundation, Zypern im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms.
Haris Epaminonda
6. – 22. Juni 2008, Studio 3
Eröffnung: Donnerstag, 5. Juni 2008, ab 19 Uhr
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