Open Studios / Offene Ateliers | + |
 Wie stets zu Beginn des neuen Jahres möchten wir unseren Besuchern Gelegenheit bieten, Einblick in die Arbeit und aktuellen Projekte der KünstlerInnen des Internationalen Atelierprogramms zu nehmen. Die folgenden Ateliers sind am Abend des 15. Januar für Sie geöffnet:
Jungju An (ROK), Cynthia Girard (CA), Romeo Gongora (CA), Ane Graff (N), Sara Hughes (NZ), Jost Kirsten (NA), Thomasz Kowalski (PL), Anouk Kruithof (NL), Pia Lindman (FIN), Ives Maes (B), Christian Niccoli (I), Christodoulos Panayiotou (CY), Björn Perborg (S), Sarah Ryan (AUS), Patrick Tuttofuoco (I), André Sousa (P).
Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 – 22 Uhr, 1. + 2. OG
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Aleksandra Polisiewicz . Urban Art | + |
 ALEKSANDRA POLISIEWICZ – "WARTOPIA"
In Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs und den deutschen Überfall auf Polen, der sich 2009 zum 70. Mal jährt, zeigt das Künstlerhaus Bethanien das Projekt "Wartopia" der polnischen Künstlerin Aleksandra Polisiewicz (Kuratorin: Bozena Czubak).
Mit "Wartopia" unternimmt die Künstlerin eine virtuelle Rekonstruktion der Stadt Warschau nach nicht verwirk- lichten Planungen der nationalsozialistischen Machthaber aus den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs. In architektonischen Stadtpanoramen auf Farbdrucken, Animationen und Modellentwürfen offenbaren die visuellen Nachbildungen eine zweideutige Sicht auf die Geschichte. Ausgangspunkt für die mit 3D-Technologie angefertigten urbanistischen Visionen der Wartopia waren städteplanerischen Konzepte der Nationalsozia- listen, die den kompletten Abriss Warschaus vorgesehen hatten, um stattdessen “Die Neue Deutsche Stadt Warschau” zu errichten, die nurmehr einige Zehntausend Einwohner beherbergt hätte. Das von Polisiewicz virtuell realisierte Stadtmodell offenbart seine zweideutige historische Dimension und verstört den Betrachter aufgrund seiner visuellen Attraktivität, beruht die Ästhetik des Ensembles doch auf Elementen eines monumen- talen, modernistischen Klassizismus, der sich als Ikone einer stereotypen totalitären Architektur präsentiert. Polisiewiczs Entwurf einer totalitären Stadt lässt sich im Bereich einer kritischen Medialisierung von kollektiver Erinnerung verorten.
Wir zeigen "Wartopia" in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Berlin, wo die Ausstellung im Anschluss zu sehen sein wird (4. – 28. Februar 2009, http://www.polnischekultur.de).
URBAN ART – "GLOBALPIX"
Marek Pisarsky und Anne Peschken arbeiten seit 1985 unter dem Namen Urban Art zusammen. Sie praktizieren im Bereich der Konzeptkunst angesiedelte Eingriffe in den öffentlichen Raum, die sich der unterschiedlichsten künstlerischen Medien bedienen.
Die Ausstellung "Globalpix" zeigt eine Auswahl großformatiger “Pixelbilder” sowie ein Video, das deren Her- stellung in der Art einer Doku-Soap aufzeigt. Zur Herstellung von Pixelbildern werden bemalte, ausrangierte Leinwände anderer Künstler gesammelt und in Streifen gerissen, so dass nur minimale Spuren der ursprüng- lichen malerischen Arbeit sichtbar bleiben. Anschließend werden die Streifen auf Keilrahmen so miteinander verflochten, dass sich Grundstrukturen für neue Bilder ergeben. Diese rasterförmigen, quadratischen Felder entsprechen bei der späteren Bemalung je einem Pixel. So entstehen sehr grob aufgelöste Bilder, die nur aus der Entfernung erkennbar sind. Auf der Suche nach zeitgemäßen ästhetischen und malerischen Ausdrucks- formen werden Teile der Bilder für die neue Komposition übermalt, wobei jedoch Fragmente der alten Bemal- ung erhalten bleiben und so die Erinnerung/Verflechtung an eine frühere Kunstproduktion wach gehalten wird.
Pisarskys und Peschkens Darstellungen historischer Themen entsprechen dabei der für die Pixel-Bilder geeigneten doppelperspektivischen Betrachtungsweise, da „Geschichte“ aus größerer (zeitlicher) Distanz deutlicher wahrnehmbar zu sein scheint als inmitten des (zeitlich nahen) Geschehens.
"Wartopia" und "Globalpix" werden realisiert mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.
16. Januar – 1. Februar 2009, Studio 1
Eröffnung: Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 Uhr
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 IVES MAES lässt in seinen Fotoarbeiten kontroverse Porträts bestimmter historischer Epochen entstehen, indem er Figuren und Elemente aus bekannten Science Fiction-Filmen mit den Orten und architek- tonischen Überresten vergangener Weltausstell- ungen kombiniert. Dem von den Ausstellungen pro- pagierten technischen Fortschrittsglauben und den optimistischen Zukunftsprojektionen stellt er dabei die eher düsteren Visionen der Science Fiction-Formate gegenüber, die die jeweilige Epoche aus der Zukunft heraus kritisch hinterfragen und daher auch negative Faktoren wie Rassismus, nukleares Wettrüsten oder den Orwell’schen Überwachungsstaat thematisieren. Ives Maes führt diese Gegensätze in seinen inszenierten Fotos zusammen und erzählt so bizarre Geschichten voll Ironie, die die jüngere Geschichte kritisch hinterfragen.
In Studio 2 zeigt Ives Maes eine raumgreifende Installation mit fotografischen Arbeiten in Form von Leuchtkästen sowie Drucke, Collagen und Zeichnungen die auf die Internationale Bauausstellung 1957 in Berlin Bezug nehmen. Maes plant, das IBA-Gelände mit der Kult gewordenen deutschen SF-Serie "Raumschiff Orion" zu konterkarieren. Die gezeigten Studien lassen den Besucher schon jetzt erahnen wie es sein wird, wenn das berühmte Raumschiff über dem Berliner Hansaviertel einschwebt und dieses anschließend von der "Raum- patrouille Orion" inspiziert wird.
Ives Maes ist als Stipendiat der Regierung von Flandern, Brüssel, im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms im Künstlerhaus Bethanien zu Gast.
Ives Maes – "Die Stadt von morgen"
16. Januar – 1. Februar 2009, Studio 2
Eröffnung: Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 Uhr
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 JUNGJU AN beleuchtet unterschiedlichste Themen, mit denen Menschen an verschiedenen Orten der Erde sich beschäftigen und verleiht ihnen in seinen Videoarbeiten mittels der speziellen Komposition von Bild und Ton universellen Ausdruck. Seine Vorliebe gilt dabei den Rhythmen und Geräuschen des Alltags und deren lautmalerischen sprachlichen Beschrei- bungen, die er zu eigenwilligen Symphonien zusammenfügt: der Wind in den Bäumen, Schritte auf dem Asphalt, das diffuse Stimmengewirr einer Menschenmenge. In der Art eines DJs kreiert Jungju An digitale Assemblagen aus unterschiedlichsten lautimitierenden Sprachelementen und erzeugt so regelrechte Geräusch-Partituren, die die von ihm aufge- nommene Videosequenz einer Alltagssituation begleiten.
Für sein neustes Projekt hat Jungju An an sechs berühmten historischen Orten in Spanien, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Deutschland gefilmt und Muttersprachler dieser Länder gebeten, ihm ihre Stimmen am Mikrofon zu leihen – Zutaten, aus denen der Künstler anschließend den Soundtrack zum Videofilm mixt. In allen sechs Städten hat Jungju An Plätze mit historischen Toren gefilmt – touristische Treffpunkte und als solche auch symbolische Pforten des Eintritts in eine lokale oder landestypische Kultur. Im Künstlerhaus Bethanien präsen- tiert Jungju An nun zunächst seine onomatopoetische Videosequenz vom Brandenburger Tor.
Jungju An ist Stipendiat des Arts Council Korea im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms.
Jungju An – "Harmony_Lip-Sync Project II"
16. Januar – 1. Februar 2009, Studio 3
Eröffnung: Donnerstag, 15. Januar 2009, 19 Uhr
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