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Es gibt keinen gewohnten kunsthistorischen Werkbegriff,
mit dem sich Jorge Queiroz' Arbeiten eitkettieren ließen.
Seine oft großformatigen Papierarbeiten integrieren verschiedene
Materialien und sind weder skizzenhafte Vorstufen zu späteren
Werken noch treten sie selbst als abgeschlossene künstlerische
Produkte auf. So verweisen seine fünfzig neuen Arbeiten,
die er im Künstlerhaus zeigt, auf ein gegenwärtig entstehendes
Künstlerbuch, ohne bloße Entwürfe zu sein -
während sich zugleich das Buch als einer von mehreren Bestandteilen
dem Projekt unterordnet. Queiroz verzichtet so auf vorgegebene
Lesarten und Erzählstrukturen, und lässt mit seinen
zwischen Mensch, Tier und Pflanze oszillierenden Mischwesen, die
man in seinen Zeichnungen gelegentlich ausmachen kann, der Fantasie
des Betrachters freien Lauf.
Jorge Queiroz: Studio 3 -
8. bis 24. Oktober 2004 (Eröffnung: Donnerstag, 7. Oktober
2004, ab 19 Uhr) |
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Evanthia Tsantila projiziert im Studio 2 des Künstler-
hauses die höchst sub-
jektive Verarbeitung eines Klassikers der Filmge-
schichte. Sie hat Ingmar Bergmanns "Das Schwei-
gen" (1962) in eine eigene, ausschnitthafte Videoadaption
und in eine Serie großformatiger Zeichnungen übertragen,
die dem filmisch-
künstlerischen Bild eine neue Autonomie verleihen. Die mit
Tinte und Pinsel hergestellten Zeichnungen lassen sich dabei erst
nach genauer Betrachtung und mit einer gewissen Distanznahme erschließen
und folgen so einem Grundinteresse der Künstlerin -
der Analyse des Verhältnisses zwischen Kunstobjekt und Rezeption.
Von der Malerei kommend, hat Tsantila schon früh in ihrer
künstlerischen Karriere damit begonnen, sich mit den verschiede-
nen Medien außerhalb der bildenden Kunst zu be-
schäftigen und Bildgegen-
stände von einem Medium ins andere zu transfor-
mieren. Zuletzt hinter-
fragte auch ihre Biennale-Installation die Erwartungshaltung des
Rezipienten an einen konventionellen und abgrenzbaren Ausstellungsraum,
indem sie ihn mit einer vollkommen immateriellen Lichtinstallation
konfrontierte.
Evanthia Tsantila: Studio 2
- 8. bis 24. Oktober 2004 (Eröffnung: Donnerstag, 7. Oktober
2004, ab 19 Uhr)
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Mit "Men in Black"
erscheint im Künstlerhaus Bethanien eine kunsttheoretische
Analyse in Hand-
buchstärke. In über 100 Statements, mehr als 30 Essays
und illustriert von Peter Friedl ver-
mittelt das Buch einen Überblick über die kuratorische
Diskussion der letzten zehn Jahre. Die gewandelte Rolle der Ausstel-
lungsmacher, ihre Perspektiven und ihre Ausbruchs-
versuche werden auf 592 Seiten aus den verschiedens-
ten Blickwinkeln erläutert. [ansehen] |

Eine weitere Neu-
erscheinung im Herbst 2004 ist eine Pubklikation des Schweizer Künstler-
duos RELAX, die nicht nur die wechselvolle Geschichte des Künstlerhauses
aufarbeitet, sondern auch zu einem veritablen Lesbuch über
die Geschichte Kreuzbergs geworden ist. [ansehen]
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