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 Ausstellungen
Germaine Koh inszeniert ihre Kunst als ein ebenso beiläufiges wie kalkuliert durchdachtes Regietheater. Alltägliche Orte und Gegenstände, vertraute Situationen und Handlungen verwandeln sich unter ihrer Hand in verblüffend pointierte Inszenierungen, auf die das Publikum sich seinen Reim machen muss. Es muss sich erklären, wie die Objekte und Handlungen, mit denen die Künstlerin es konfontiert, in seine Umgebung gelangten und welche Absicht hinter ihnen zu vermuten sei. Das Absurde verlangt eine Antwort. Die Passanten werden bei Koh zur Spekulation verführt.

Kein Wunder also, dass die Künstlerin sich zu einer Spezialistin für den öffent-
lichen Raum entwickelt hat, die selbst Galeriear-
beiten häufig zurück auf den Außenraum bezieht oder in ihnen den Übergang in die Öffentlichkeit inszeniert. Ihre Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien spitzt dieses Verfahren zu und zeigt ein Stück Außenraum inmitten des abgeschotteten Studios.

In ihm hat Germaine Koh ein Stück vorgefundener urbaner Brache aus dem Berliner Stadtraum abgelegt. Die im Stil eines großen Teppichs raumfüllend ausgelegten Bodenstücke sind mit Gras und Unkraut bewachsen und von den üblichen Kleinlebewesen bevölkert. Die Künstlerin wird das transferierte Biotop während der Ausstellung bewässern, hegen und pflegen und die Kunst unter den Füßen der Besucher wachsen und gedeihen lassen.

In einer Künstlerresidenz mag man an dieser Metapher langsamen Wachstums ironischen Gefallen finden, aber die Pointen und Schlußfolgerungen überläßt Koh ganz dem Publikum. Nach und nach erfährt es, dass es auf einem Stück Todesstreifen der einst nahen Mauer wandelt, über dessen Geschichte ganz wörtlich das Gras gewachsen ist. Vor allem aber sieht es einer vegetativen Veränderung zu, die ganz selbständig verläuft, völlig ungeachtet der Kunst und ihrer Betrachter, die indes am Ende auch die gewöhnlichen Lücken und Leerstellen der Stadt mit anderen Augen sehen werden.


Studio 3, 16. September - 2. Oktober 2005, Mittwoch - Sonntag, 14 - 19 Uhr, Eröffnung: Donnerstag, 15. September 2005, 19 Uhr

Die Ausstellung "The Helsinki School – A New Approach", eine Koope-
ration der Künstlerhaus Bethanien GmbH mit der TaiK - University of Art and Design Helsinki, ist eine Wanderausstellung, die ganz Europa bereisen wird und einer internationalen Öffentlichkeit die Arbeitsweise von 22 an der Helsinki School ausgebildeten Künstlern aus dem Bereich der zeitgenössischen Fotografie nahebringen will.

Ziel der Präsentation ist es, anhand der Vielfältigkeit und des Formenreichtums der Werke die freie Arbeitsatmosphäre und die auf Offenheit und Kooperation ausge-
richtetete Lehrmethodik der renommierten und einflußreichen Akademie zu illustrieren.

thehelsinkischool.com

Studio 1, 16. September - 23. Oktober 2005, Mittwoch - Sonntag, 14 - 19 Uhr, Eröffnung: Donnerstag, 15. September 2005, 19 Uhr

Punk war ein bizarres Kapitel der DDR-Ge-
schichte. Selten war Punk so sehr Posing und Dandytum und zugleich bittere Konfrontation auf Biegen und Brechen - provoziert vor allem durch die ebenso desorientier-
ten wie erbarmungslosen Staatsorgane.

Punk in der DDR war eine merkwürdige Melange aus wortakrobatischem Expressionismus und dem unbedingten Willen zum modischen Widerstand. Punk war eine freundlich-radikale Gegenfamilie in einer betulich väterlichen Gesellschaft, deren Sicherheitskräfte es zur Obsession werden ließen, dieses chaotisch-
ästhetische Experiment brutal zu zersetzen.

Ausstellungsort:Salon Ost, Saarbrücker Str. 20, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg
(U-Bahnhof Senefelder Platz)

27.8. bis 25.9.2005
Öffnungszeiten: Mi – Sa 15 – 20 Uhr / Do - 15 – 22 Uhr


>> Zum Programm

Finissage: 25.09.2005, 18 Uhr


Im skandinavischen Kino gibt es eine lange Tradition, den kleinen Dingen und der Alltagswelt Aufmerksamkeit zu schenken, an der die persönlichen Sorgen, Wünsche und Sehnsüchte der Protagonisten deutlich werden. Lisa Strömbeck knüpft in ihrer künstlerischen Arbeit häufig an diese Praxis an und spielt in ihren Video- und Performance-
arbeiten mit wohlbekannten Alltagsphäno-
menen.

Mit einem Augen-
zwinkern und nicht ohne Sinn für Komik und Ironie reflektiert sie so etwa unsere übersteigerte Zuneigung zu Tieren oder die Erschei-
nungsweisen weiblicher Rollen-Klischees.

In ihrem in Berlin entstandenen, 28-minütigen Video "Es war ja nicht alles schlecht" hat sich Strömbeck mit einer speziellen histori-
schen Problematik ihres derzeitigen Aufenthaltsortes Deutschland aus-
einandergesetzt. Sie dokumentiert die persönlichen Geschichten von acht ehemaligen DDR-Bürgern, mit denen sie ausgiebig über ihr Leben in der DDR und die Zeit nach der Wende sprach. Dabei kommen ganz unterschiedliche Bewertungen der Veränderungen im politischen wie privaten Lebens-
bereich zum Vorschein, die durch den dramatischen Umwälzungspro-
zess von einer ehemals sozialisti-
schen hin zu einer kapitalistischen Gesellschafts-
struktur mit all ihren Implikationen ausgelöst wurden.

Desillusionierung und Hoffnung erhalten so gleichermaßen ihren Platz in dieser Arbeit, die keinen gesprochenen Kommentar der Künstlerin enthält, sondern die Statements den interviewten Menschen überläßt.

Studio 2, 16. September - 2. Oktober 2005, Mittwoch - Sonntag, 14 - 19 Uhr, Eröffnung: Donnerstag, 15. September 2005, 19 Uhr
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01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Gabrielle de Vietri
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Xavier Mary
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Song-Ming Ang
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
"Super 8" - artist curated video exhibition
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
ZUSPIEL/ Robert Lippok
Der Umzug des Künstlerhauses Bethanien wurde ermöglicht durch:

Impressionen vom neuen Standort:

Halleluhwah! Hommage à CAN


BE Magazin 18
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