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 Ausstellungen

Leonor Antunes Arbeit ist eine Bestandsaufnahme der Orte, an denen sie lebt und arbeitet. Präzise beobachtete Motiven und Details macht sie zur Grundlage maßstabs-
gerecht reproduzierter und aus ihrer Funktion herausgelöster Fragmente, aus denen sich ihre ebenso autonomen wie filigranen Skulpturen entwickeln.

In Berlin hat sich Antunes besonders für die Verdoppelung interessiert, in der viele öffentliche Gebäude und Institutionen in den einst getrennten Teilen der Stadt existierten. Dabei hat sie das jeweils als Nachbau entstandene Gebäude gewählt und von der Akademie der Künste, der Neuen Nationalgalerie, dem Kunstgewerbemu-
seum, der Staatsbibliothek und dem Fernsehturm jeweils ein architekto-
nisches Detail ausgewählt, das als Quelle ihrer skulpturalen Arbeit diente.

Die Künstlerin interessiert sich dabei nach eigenem Bekunden gerade für solche Details der Architektur, die die architektonische Struktur des jeweiligen Gebäudes stützen. Dabei nehmen die Zitate die Form geometrischer Bausätze an, in denen Antunes auf ein so genanntes "Geometrisches Aufbaugerät" zurückgreift, das in den 50er und 60er Jahren als Lehrmittel im Geometrieunterricht diente. Im Spannungsfeld von Nachbildung und Verwandlung, Maßstäblichkeit und Disfunktionalisierung entstehen so autonome Widerspiegelungen der architektonischen Umgebung, die uns als täglicher Lebensraum prägt und umgibt.


Studio 2, 14. - 30. Oktober 2005, Mittwoch - Sonntag, 14 - 19 Uhr, Eröffnung: Donnerstag, 13. Oktober 2005, 19 Uhr
 

In Museen und Ausstel-
lungshäusern arbeiten ganze Berufsstände an der Unberührtheit und Unveränderlichkeit der Kunst. Diese Verteidigung des Status quo stellt Benoît Goupy in seinen Werken auf den Kopf. Die gemeinhin unerwünschten Auswirkungen mensch-
licher Anwesenheit auf das Raumklima, die Berührung der Architektur im Hintergrund des Ausstellungsraumes, die Erkundung marginaler Schäden in der baulichen Umgebung sind Material und Medium in seiner Kunst.

In ihr verwandelt sich der passive Betrachter in einen aktiven Rechercheur und wird so zum Akteur im fragilen Gleichgewicht der ästhetischen Form. Goupy wird im Künstlerhaus zwei parallele Streifen aus Eis auf der Wand des Ausstellungsraums anbringen, die sich nur mühsam von der völlig weißen Mauerfläche unterscheiden lassen. Erst wenn das Publikum das vergängliche Material erspürt, ertastet und berührt, lassen Temperaturwechsel die Kunst an der Wand aufschimmern, bis sie sich durch den Prozess der Wahrnehmung allmählich zu verändern beginnt und so "die unsichtbaren physikalischen Kräfte" bewusst werden, "die uns in einen permanenten, aber unbewussten Dialog mit unserer Umgebung versetzen." (Benoît Goupy)

Die Ausstellung wird von Valeria Schulte-Fischedick präsentiert und bildet den Auftakt einer Ausstellungsreihe, zu der unter dem Motto "coup de foudre -auf den ersten Blick" verschiedene Kuratoren eingeladen werden, jeweils einen Künstler aus ihrem Blickfeld im Künstlerhaus Bethanien vorzustellen.

www.deiska.nl/goupy

Studio 3 + 4, Fassade, 14. - 30. Oktober 2005, Mittwoch - Sonntag, 14 - 19 Uhr, Eröffnung: Donnerstag, 13. Oktober 2005, 19 Uhr


Zum zweiten Mal in diesem Jahr lädt das Künstlerhaus Bethanien zu einem Rundgang durch die Ateliers seiner Gäste und Stipendiaten ein. Ab 19 Uhr werden am 13. Oktober die Studios im 1. und 2. Obergeschoss geöffnet sein und Gelegenheit zu Einblicken, Einsichten und Gesprächen geben.

Mit Leonor Antunes (Portugal), Charif Benhelima (Belgien), Michel de Broin (Kanada), Erla S. Haraldsdóttir (Island), Claire Healy (Australien), Yoshiaki Kaihatsu (Japan), Shin il Kim (Südkorea), Germaine Koh (Kanada), Lucas Lenglet (Niederlande), Tea Mäkipää (Finnland), Ján Mancuska (Tschechien), Jesper Nordahl (Schweden), Kerry Tribe (USA) und Bo Krister Wallström (Kurator, Norwegen).

13. Oktober 2005, 19 - 22 Uhr
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Der Umzug des Künstlerhauses Bethanien wurde ermöglicht durch:

Impressionen vom neuen Standort:

Halleluhwah! Hommage à CAN


BE Magazin 18
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