Ein Teil des Bethanien-Gebäudes ist besetzt. Besetzer und Politik nutzen diese Ausnahmesituation mit großem Geschick, um die Bildende Kunst auf lokalpolitische Ziele einzuschwören. In dieser Situation führt das Berliner Künstlerduo Dellbrügge & de Moll die Fiktion in die Debatte ein und sieht sich nach einem neuen Standort für das Künstlerhaus um. Säuberlich sezieren sie das Bethanien, extrahieren das Raumprogramm des Künstlerhauses und verpflanzen es in einen Vergnügungspark. In ihrer Vision zieht das Bethanien in den ehemaligen Spreepark im Treptower Plänterwald um. Auf diesem Weg fragt das Projekt nach dem utopischen Potential einer Kunst zwischen Gentrifizierung und Partizipationsansprüchen. Welche Rolle spielen die Künstler auf der Bühne der Stadt? Ist die Kunst eine Enklave im urbanen Raum?
New Harmony, Studio 1, 04.05 – 20.05.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 03. Mai 2007, 19 Uhr
Mit Andreas Schlaegel (dr) Anja Brietzke, Peter Farkas, Pia Fuchs (dt ID von Patricia Reed), Nikolaus Schneider (mic)
Rahmenprogramm:
11. Mai, 20h Should we stay or should we go? Anja Barenthin, Dipl.-Ing. Architektur (FH) und Janine Becker, Dipl.-Ing. Architektur (FH), “Kunstplateau 36”; Dellbrügge & de Moll, Künstler: “New Harmony” - Gäste: Modersohn & Freiesleben, Architekten; Torben Schomaker, Architekt und Handwerker
16. Mai, 20h Branding the Bethanien - Karen van den Berg, Prof. für Kulturmanagement und inszenatorische Praxis an der Zeppelin University, “Branding und Flächenbrand” Stefan Iglhaut, Ausstellungsmacher und Kulturmanager, “Branding – für welches Produkt und in welchem Markt?” - Gäste: Reinhard Binder, Markenberater, Visions 2 Form GmbH; Christine Nippe, Kulturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin; Annette Spohn, Kunsthistorikerin
17. Mai, 20h In Quest of the Perfect Location (in English) - Benjamin Foerster-Baldenius, darstellender Architekt, raumlabor_berlin, “Der spezifische Raum” - Gäste: Markus Bader, Architekt, raumlabor_berlin; Michael Baers, Künstler; Hadley & Max-well, Künstler; Rodney LaTourelle, Künstler, Architekt und Autor; Lise Nellemann, Künstlerin und Kuratorin, Sparwasser HQ; Åsa Sonjasdotter, Künstlerin
18. Mai, 20h Squat the World - Marc Ries, Kultur- und Medientheoretiker, “Von Utopien, Inseln und anderen Beziehungen”
Bastian Lange, Dipl.-Geograph, “Stadt – Raum – Lokalismus: Raumaneignungen von Culturepreneurs” in Berlin
Gast: Stefan Münker, Medienwissenschaftler
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Gibt es sie noch, die Unterschiede zwischen Unterhaltung und Kunst, Massenkultur und elaborierter Ästhetik? Während die feinen Grenzen zwischen der Kunst und dem Rest der Welt mit jeder neuen Biennale durchlässiger werden, analysiert Lynne Marsh die wechselseitigen Anleihen, die Kunst und Populärkultur voneinander entnehmen. In ihrer neuen Arbeit Stadium – first cut wird deshalb das Berliner Olympiastadion zur Kulisse einer neuen Videoarbeit. Marsh kombiniert vor Ort aufgenommenes Filmmaterial mit 3D-Animationen eines Stadionmodells und Composite-Bildmaterial einer Performance zu einer dynamischen, am Ende bis zu einem schwindelerregenden Spektakel gesteigerten Fusion aus zeitgenössischen Musikvideos, Science Fiction und Fantasyfilmen. Dabei nutzt die Künstlerin die Möglichkeiten multimedialer digitaler Technologien, um parallele Räume und Welten außerhalb der Abbildung von Realität zu schaffen.
Stadium – first cut, Studio 2, 04.05 – 20.05.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 03. Mai 2007, 19 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Choreographen Ayman Harper, der Tänzerin Gail Skrela und dem Komponisten Oliver Doerell.
www.lynnemarsh.net
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Natascha Stellmach ist als australische Stipendiatin nicht nur Gast in Deutschland. Als in Australien geborenes Kind deutscher Eltern ist der Zusammenstoß der Identitäten und die Ausleuchtung der Erinnerung auch ein Bestandteil der eigenen Biografie. Ihre Arbeit im Künstlerhaus Bethanien ist deshalb auch ein Dokument dieser Brüche und Risse in der fragmentarischen, nicht von vornherein als schlüssiges Bild vorliegenden eigenen Geschichte. Natascha Stellmach präsentiert mit "The Book of Back" ein Projekt, das anhand von vorgefundenen und inszenierten Bildern, Geschichten, Video und Installation das düster-poetische Fragment einer Familiengeschichte vor dem Publikum ausbreitet. Dabei besteht ihre Arbeit aus zwei miteinander verschränkten Bestandteilen, der räumlichen Installation und einem Buch, das in der Ausstellung präsentiert wird. "Versenkt man sich in die dunkle Poesie des Buches, ziehen vielfach miteinander verwobene und ineinanderge- schachtelte Erzählebenen den Leser immer tiefer bis an den Grund existentieller Krisen." (Astrid Mania)
The Book of Back, Studio 3, 04.05 – 20.05.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 03. Mai 2007, 19 Uhr
Weitere Informationen: www.bookofback.com
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