Die Legende sieht den Regisseur schon immer in der Rolle des allmächtigen Potentaten. Je größer sein Genie, umso ungehemmter sein autokratisches Regime über die Schauspieler am Set. Möglicherweise ist es ein unterdrückter Neid, mit dem sich der Normalbürger Regie als Lizenz zum Sadismus vorzustellen pflegt.
Jannicke Låker ist frei von diesem Vorurteil, nutzt Regie aber dennoch als Herrschaftsform. Sie gewinnt psychologische Versuchsanordnungen aus den Machtverhältnissen der Filmaufnahme und arrangiert einfache Drehbuchsituationen und andere Vorgaben wie ein Experiment, dessen Probanden die Schauspieler sind. Dabei zeigt Låker ganz schonungslos Dinge, die der Zuschauer häufig lieber nicht sehen würde: Anstrengende, demütigende oder schmerzvolle Situationen und den Versuch der Probanden, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Låker spielt mit den Perspektiven und macht den Zuschauer gleichzeitig zum Voyeur.
Withered, Studio 2, 08.12 – 23.12.2006,
Eröffnung: Donnerstag, 07. Dezember 2006, 19 Uhr
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Wim Catrysses Filme und Installationen zielen darauf ab, dem Betrachter den Akt des Sehens und die damit verbundenen Erfahrungen bewusst zu machen. Seine Videofilme sind Untersuchungen der Beziehung zwischen Körper und Umgebung: häufig bewegen sich die Protagonisten in geschlossenen Räumen, die ihre Handlungen oder Geisteszustände zu bestimmen scheinen. Andererseits hat jedes Video seine eigene 'Umgebung', den Ort der Präsentation, der mit dem im Film gezeigten Raum korrespondiert. So findet der Betrachter sich in eine Erweiterung des projizierten Raumes gestellt.
In der Videoarbeit "catch-as-catch-can" zum Beispiel sieht man zwei Männer, die sich gegenseitig zum Kampf herauszufordern scheinen, wobei jeder gleichzeitig mit
dem Gleichgewichtsverlust auf einer sich drehenden Scheibe kämpft, die beiden als Ringfläche ihrer Auseinandersetzung dient. Die Kamera filmt die angespannte Konfliktsituation von außerhalb des Rings, in der Art eines Zuschauers, der ebenfalls auf einer Scheibe steht und alsbald jeglichen Orientierungssinn verliert.
Caught In The Act, Studio 3, 08.12 – 23.12.2006,
Eröffnung: Donnerstag, 07. Dezember 2006, 19 Uhr
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Maik Wolfs unterschwellig verstörende Malerei ist ein verführerischer Angriff auf die mediale Gutgläubigkeit. Seine Bilder zitieren virtuos das Repertoire der Hochglanzfotografie. Ihre Schauplätze sind mit gerade jenen Sonnenuntergängen und Nachtstimmungen hinterlegt, mit denen die moderne Bildberichterstat- tung auch noch dem letzten Krisenschauplatz journalistische Verwertbarkeit garantiert. Wolf radikalisiert diese Ästhetisierung des Banalen, bis aus ihr Vexierbilder unseres Bilderglaubens werden. Er wendet eine feine, manchmal wie auf die Leinwand gehauchte Maltechnik an, um den Vorstädten und Bausparkassen- häusern eine nahezu altmeisterliche Kunstwürde zu verleihen. Dabei füllen sich die Bilder mit Zitaten und Verweisen der Kunstgeschichte an. Vor allem aber stellen sie die grundlegende Frage nach den Möglichkeiten der Malerei in einer manipulierbaren Medienwelt – und attackieren dabei den Ästhetizismus der kommerziellen Fotografie.
Falkenrot-Preis 2006, Studio 1, 08.12 – 23.12.2006,
Eröffnung: Donnerstag, 07. Dezember 2006, 19 Uhr
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