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 Ausstellungen

"Kraft der Erde" ist der Titel eines fortlaufenden Projekts, das der litauische Künstler Arturas Raila seit nunmehr zwei Jahren in Zusammenarbeit mit den Geoenergieexperten Vaclovas Mikailionis und Villius Gibavicius betreibt. Künstler und Wissenschaftler stammen aus ländlichen Gebieten Litauens und sind dort führende Vertreter eines volkstümlichen Naturverständnisses, das mit größter Selbstverständlichkeit überkommene Bräuche praktiziert und etwa das Wünschelruten-Gehen in zeitgenössische Kontexte einbezieht. Mikailionis und Gibavicius verfügen über jene besondere, in den Augen vieler Menschen nahezu übernatürliche Gabe, die Energiequellen ihres Lebensraums aufspüren und kartografieren zu können. Die Arbeit der Wünschelrutengänger hat Arturas Raila immer wieder in Fotografien festgehalten, wobei er im Hinblick auf das wissenschaftlich nicht unangefochtene Verfahren stets die neutrale Position des ethnographischen Beobachters einnimmt.

Ausgehend von der Annahme, dass jeder Ort auf der Erde einzigartige geoenergetische Kräfte aufweist, hat Arturas Raila nun mit Hilfe der beiden Experten die Erdenergieströme in der Berliner Innenstadt erforscht und eine "Energiekarte" erstellt, die in Form von Linien – so genannte "ley lines" oder "Kraftlinien" – die Verläufe der geoenergetischen Ströme aufzeigt.
In Form einer großformatigen Landkarte präsentiert Raila den Besuchern in Studio 3 das kleinste Gitternetz von "ley lines" in der Berliner City, das sich ungefähr zwischen Siegessäule und Nikolaikirche/Unter der Linden bis nach Kreuzberg/Viktoriadenkmal erstreckt.



Kraft der Erde, Studio 3,
10.11 – 26.11.2006,
Eröffnung: Donnerstag, 09. November 2006, 19 Uhr

Nichts sieht friedvoller aus als ein Stilleben, dabei ist dieses Genre nichts anderes als eine Provokation. Die glanzvollen niederländischen Gemälde, auf denen Schaufensterauslagen, Obst und Gemüse wie Machtdemonstrationen des Malereihandwerks wirken, vermittelten untergründige moralische Botschaften und erinnerten den vorgebildeten Betrachter harsch an seine Vergänglichkeit. Heutige Kunsthistoriker hingegen können sich nicht einig werden, wieviel literarische Predigt in dieser Malerei steckt und wieviel bigotter Vorwand sie waren, um ungehemmt malerische Oberflächen produzieren zu können.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Offensichtlichem und kulturellem Code, nacktem Abbild und Metapher ist das Werk Luzia Simons angesiedelt. Die Künstlerin fertigt mit moderner Scannertechnik Reproduktionen von Blumen an. Dabei geraten ihr nicht nur die idealen Formen aufblühender Schönheit, sondern auch die Fehler, Störungen und der beginnende unaufhaltsame Verfall aufs Bild. Das ist bei Simons jedoch nicht primär dieVanitas-Mahnung, die Erinnerung an die Vergänglichkeit allen Seins in der alten Malerei, sondern eine weit ausholende Erzählung von einem kulturellen Symbol. So wird die Tulpe zur Metapher für Mobilität, Globalisierung, und interkulturelle Identität. Einst wurde die begehrte Blüte mit Gold aufgewogen und entwickelte sich im Orient wie im Okzident zu einem kulturellen Symbol. Aus dem Orient stammend, wurde sie nach Europa gebracht, in den Niederlanden durch Züchtung verändert und erreichte schließlich in neuen Varianten erneut ihre alte Heimat – und wird so zum Exempel kultureller Migration, Symbol des Austausches und der schleichenden Veränderung ästhetischer Bedeutung.



Stockage, Studio 2,
10.11 – 26.11.2006,
Eröffnung: Donnerstag, 09. November 2006, 19 Uhr

Wer noch Zweifel daran hatte, dass linke Politik mit reaktionären Kulturressentiments einhergehen kann, findet im Bethanien-Gebäude am Mariannenplatz seit vielen Monaten eine unfreiwillige Großausstellung. Denn im Südflügel des Gebäudes residieren ohne erkennbaren Erfolg, ohne auch nur entfernt ahnbares künstlerisches Konzept und ohne politischen Nutzen eine Handvoll Besetzer, die sich ohne direkte demokratische Legitimation als Anwälte der Lokal- und Kiezkultur aufspielen.

Nachdem genügend Stimmen für ein Bürgerbegehren über die Nutzung der wertvollen Immobilie am Mariannenplatz gesammelt wurden, fand verblüffenderweise die Bürgerbefragung selbst gar nicht mehr statt. Stattdessen räumt der Bezirk den Besetzern Schritt für Schritt immer weitgehendere Nutzungsrechte ein. So wird zum Schaden des erfolgreichen Projekts Bethanien mit seinen qualitativ herausragenden Nutzern eine Minderheit ohne Qualifikations-
nachweis zum Kulturanbieter aufgewertet. Robin Hood wird Landvoigt. Man muss ja sehen, wie man sein Auskommen findet. Und noch immer haben die Besetzer ihre Rolle als Fußvolk eines vervolkstümlichten Kulturbegriffs selbst noch nicht recht begriffen. Populismus ist konservativ, auch wenn er stereotype Rebellionsgesten wie ein Markenlabel zur Schau stellt.



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22.07.2010
Eröffnung/Opening:
Chua Chye Teck
22.07.2010
Eröffnung/Opening:
André Romão
11.06.2010
Künstlerhaus Bethanien RELAUNCH:
Kottbusser Str. 10, 10999 Berlin
11.06.2010
Eröffnung/Opening:
Patrick Bernatchez
Der Umzug des Künstlerhauses Bethanien wird ermöglicht durch:

Impressionen vom neuen Standort:


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