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 Ausstellungen

Längst ist das Mittelalter zurück. Selbst Hinrichtungen werden in den Videoclip-
Datenbanken von Youtube.com als Tauschware gesammelt, und diesmal sind nicht die Redakteure der Medien schuld, sondern die Gier der Nutzer, die sich an den Downloadzahlen ablesen lässt. Mats Bigert und Lars Bergström liefern mit ihrem neuen Projekt deshalb nicht nur eine politische Auseinandersetzung mit der Todesstrafe als politischem und sozialem Ritual. Sie zeigen auch exemplarisch, wie Kunst einen zweiten und dritten Blick auf das mediale Spektakel werfen kann.

Last Supper ist ein 16mm-Film über das Ritual der Henkersmahlzeit, jenes sprichwörtlich gewordene letzte Privileg des Gefangenen, der gleich zu seiner Hinrichtung geführt wird. Der Brauch ist so alt wie die Todesstrafe selbst und ließ sich in den verschiedensten Kulturen antreffen. Die barmherzigen Henker rüsteten so den Todgeweihten für den Weg in die andere Welt. Bigert & Bergström betreiben jedoch keine Kulturgeschichte, sondern machen einen ehemaligen Koch aus dem Todestrakt zum Protagonisten ihres Films. Sie zeigen ein Ritual, das sinnentleert und in einen Verwaltungsakt verwandelt worden ist. Es ist der vorletzte Schritt einer Strafe, die als mediales Symbol aufrechterhalten wird.



Last Supper, Studio 2,
23.02 – 11.03.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 22. Februar 2007, 19 Uhr

Bas Zoontjens Bilder sind ein Dialog mit der Leinwand, auf die er seine Fragen ebenso wie die Antworten projiziert. Die Bilder erscheinen dabei wie Reiseimpressionen fantastisch-surrealer Architekturen und Landschaften. Dabei streben rohe, bunte, organische und grafische Formen nach dem idealen Gleichgewicht und generieren so neue Formen. Der Betrachter findet sich so nicht nur mit abgeschlossenen malerischen Flächen, sondern mit den Spuren eines Prozesses konfrontiert. Er liest nicht nur in der aktuellen Form, sondern findet Rückschlüsse auf den Weg, der zu ihr führte.

Zoontjens Bilder sind so zugleich Erzählungen. Sie entstehen im Verlauf der eingehenden Auseinandersetzung mit einer fiktiven Geschichte, die sowohl Vergangenes als auch Zukünftiges einzuschließen scheint. Fantasievolle Formen implodieren oder explodieren in vielfabrigen und zuweilen drastisch grellen Farben. Sie beschreiben eine Welt, wie sie nach einer Katastrophe riesigen Ausmaßes aussehen könnte, zu einem Zeitpunkt, an dem aus dem Zerfall bereits neues Leben aufblüht. Seine surrealen, interplanetaren Panoramen verwirren auf produktive Weise unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit.



Planet of the Planets, Studio 3,
23.02 – 11.03.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 22. Februar 2007, 19 Uhr

Seit April 2006 bietet die Künstlerhaus Bethanien GmbH jährlich einem Künstler oder einer Künstlerin türkischer Nationalität einen dreimonatigen Aufenthalt im Rahmen des Internationalen Atelierprogramms des Künstlerhauses an. 2006 war der renommierte Istanbuler Künstler Serkan Özkaya im Künstlerhaus zu Gast und präsentierte im Juni/Juli 2006 eine viel beachtete Ausstellung.

Zeitrahmen 2007: Oktober – Dezember, Ausstellung im Dezember 2007. Das Stipendium umfasst neben dem Studio und der Ausstellung eine monatliche Zahlung von 500 EUR zzgl. Reisekosten.

Bewerbungen mit entsprechenden Projektunterlagen werden noch bis zum 1. April 2007 erbeten.



Die Ausstellung "normal love / precarious sex. precarious work" geht von den Fotografien und Texten der 'maid of all work' Hannah Cullwick aus, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in London entstanden. Ausgehend von ihren historischen Selbstinszenie-
rungen klassen- und geschlechtdurch-
querender Sexualität sind die beteiligten KünstlerInnen eingeladen, sich mit dem Zusammenhang von Sexualität und Arbeit zu beschäftigen. Die Ausstellung fragt dabei, ob sich Hannah Cullwick Sehnsüchte und Selbstdarstellungs-
weisen heute im Feld der Arbeit womöglich als paradoxe und keineswegs freiwillige Anforderung verallgemeinert haben.

Mit Hannah Cullwick und Laura Aguilar, Oreet Ashery, Pauline Boudry, Alexandra Croitoru, Ines Doujak, Ghazel, Runa Islam, Kai Kaljo, Deborah Kelly/Tina Fiveash, Stefan Hayn, Klub zwei (Simone Bader, Jo Schmeiser), Ins A Kromminga, Zoe Leonard, Marth, Karin Michalski/Sabina Baumann, Tracey Moffat, Christian Philipp Müller, Henrik Olesen, Adrian Piper, Carole Roussopoulos/
Delphine Seyrig, Runa Islam, Del Lagrace Volcano, Gillian Wearing



Normal Love - Precarious Sex. Precarious Work, Studio 1,
19.01 – 04.03.2007,
Eröffnung: Donnerstag, 18. Januar 2007, 19 Uhr

Am Eröffnungsabend: Queer Guided Tour 19.30 – 20 Uhr - 19.1., 18 Uhr: Guided Tour mit José Esteban Muñoz und Judith Jack Halberstam - 19.1., 19 Uhr: Vortrag von José Esteban Muñoz und Judith Jack Halberstam - 20. + 21.1., 19 Uhr: Filmreihe normal work, kuratiert von Brigitta Kuster und Karin Michalski
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22.07.2010
Eröffnung/Opening:
Chua Chye Teck
22.07.2010
Eröffnung/Opening:
André Romão
11.06.2010
Künstlerhaus Bethanien RELAUNCH:
Kottbusser Str. 10, 10999 Berlin
11.06.2010
Eröffnung/Opening:
Patrick Bernatchez
Der Umzug des Künstlerhauses Bethanien wird ermöglicht durch:

Impressionen vom neuen Standort:


BE #16 nanny
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