

Wie beschreibt man einen Künstler, der seine Arbeit
"zwischen nicht beschreibbar und konzeptuell” ansiedelt, die
Kategorie des Unnatürlichen ablehnt und die Erkenntnis vertritt, dass
die Evolution nicht aufzuhalten sei?
Ein ästhetischer Privatier ist der Individualist Johan Zetterquist
jedenfalls nicht. Die Entwürfe, die er im Künstlerhaus zeigt,
sind "Proposals (for public art)", Entwürfe für den
öffentlichen Raum, auch wenn die vorgeschlagenen Projekte zuweilen
den Charakter autonom-surrealer Installationen annehmen. So enden zum Beispiel
die Fahrbahnen eines skizzierten Autbahnkreuzes im Wasser, weil das entworfene
Verkehrsbauwerk fast vollständig eine überschaubare Insel bedeckt,
die von den kunstvollen Zu- und Abfahrten bodendeckend überwuchert
ist.
Oder ist der von einer Parkplattform gekrönte Aussichtsturm, der sich
für die romantischen Momente des automobilen Lebens empfiehlt, realistischer?
Den Unterschied zwischen dem Künstlichen und dem Natürlichen versuchen
diese Entwürfe jedenfalls entschlossen einzuebnen. Natur ist für
Zetterquist Kunst und Kunst ist ebenso deutlich Natur. Eine Erkenntnis,
die in Zetterquists Ausstellung natürlich anschaulich wird. (Eröffnung:
21.8.)
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Es ist nicht selten,
dass Künstler sich in ihrem Werk vorgefundene Naturfotografien
aneignen. Ungewöhnlich ist es jedoch, wenn dabei die Bildbiographie
eines Menschenaffen entsteht.
Cor Dera hat für seine im Künstlerhaus entstandene Arbeit
nicht nur im Berliner Zoo recherchiert. Er hat auch Zugang zu dem
umfangreichen Bildarchiv des dortigen Verantwortlichen für
Menschenaffen, Raimon Opitz, erhalten.
So folgt Dera zwar seiner Methode, mit vorgefundenen Bildern eine
Art Gleichgewicht zwischen Naturbetrachtung und künstlerischer
Konstruktion herzustellen; er stellt mit seiner Arbeit über
das Gorillaweibchen "Dufte" eine Akteurin der Natur in
den Mittelpunkt seines Projekts. Gezeigt wird eine Auswahl von ca.
120 Bildern, die Dera nach ausführlichen Diskussionen mit Raimon
Opitz aus dessen Archiv ausgewählt und digital archiviert hat.
Die Bilder wurden anschließend vom Künstler bearbeitet
und zur Herstellung einer Serie von Laserdrucken in drei verschiedenen
Größen benutzt.
(Eröffnung: 21.8.)
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