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 Ausstellungen

Wenn Nevin Aladag sich für den Breakdance interessiert, dann geht es nicht um exotische Subkultur, sondern um eine nicht-verbale Ausdrucksform zwischen den Kulturen – die nicht selten subtile komödiantische Qualitäten hat. Der Moment, nach dem der Tanz benannt ist, das jähe Abbrechen (‘break’) des Bewegungsflusses, wird als freeze bezeichnet, weil der Breakdancer wie ‘eingefroren’ in der eingenommenen Pose verharrt. Zwölf solcher freezes, ausgeführt von professionellen Breakdancern, hat Nevin Aladag fotografisch festgehalten und präsentiert sie nun als Serie großformatiger Fotografien im Künstlerhaus. Die Aufnahmen enstanden auf der Straße vor einem Fluss von Passanten oder Straßenverkehr, so dass durch den in der Langzeitbelichtung verwischenden bewegten Hintergrund das Statische der freezes besonders gut erkennbar ist. Dabei lenkt Nevin Aladag unser Augenmerk ganz auf den Grenzpunkt, wo „die Dinge unscharf werden“ – die kleine Tausendstelsekunde des Innehaltens, in der die Wirklichkeit zum Tagtraum wird und die Erdanziehungskraft überwunden scheint. (7. bis 23. November)



Rui Calçada Bastos schöpft alle Möglichkeiten des Mediums Video aus, indem er mit minimaler Ausrüstung eine ganze Bilderwelt auf dem Bildschirm sich entfalten lässt: “Bastos benutzt das Medium Video und dessen Potential so, wie andere einen Bleistift benutzen. Aus einem minimalen technischen Repertoire entsteht eine lebendige Bilderwelt, die sich nicht einfach auf dem Monitor entfaltet, sondern diesen lediglich als Ausgangspunkt benutzt.” (Doris von Drathen) In Bastos‘ Arbeiten, in denen so unterschiedliche Medien wie Video, Installation, Fotografie und Klang zusammentreffen, geht es häufig um Begriffe wie Identität, Fremdheit, Einsamkeit und Melancholie. Das Werk ist in einem fiktionalen Raum angesiedelt, der unverkennbar biografische Züge trägt und in den persönliche Erfahrungen und Erinnerungen eingewoben sind. (7. bis 23. November)


RELAX sind Experten für die Identität von Institutionen. Ihre neueste Installation beschreibt die Geschichte des Künstlerhauses Bethanien selbst und untersucht den davorliegenden Mariannenplatz. Der heimliche Wertewandel durch die Kultursparpolitik rückt ebenso ins Zentrum der Aufmerksamkeit wie das urbane Umfeld des Künstlerhauses.

Umfangreiche Recherchen in Kreuzberger Archiven betrachten die Kulturinstitution Künstlerhaus als ein wandlungsfähiges Konstrukt und stellen die Kulturpolitik ebenso in Frage, wie sie die Kultureinrichtung beobachten.
Zunächst einmal wird dabei der Zugang erschwert. Separat zugängliche Einbauten verlangen die Anpassung des Benutzers an die Ausstellungs-
architektur und vermitteln ein Bild des wechselhaften Beziehungs-
gefüges zwischen künstlerischer Entwicklung, Kuratieren und Ausstellen. Ein Atelier, ein Kuratorenbüro und ein Ausstellungsraum veranschaulichen die Verfassung der Institution wie in einem Modell. Ein in Gummi gegossener Lageplan des Mariannenplatzes ergänzt das Arrangement um das Abbild des politischen Terrains, auf dem das Künslterhaus begründet ist.
Zugleich zeigen ineinandergreifende Videoarbeiten Bilder der Verlangsamung, Statements des Personals, und des Publikums. Vor diesem Panorama, am Boden und zwischen Vitrinen im nur spärlich beleuchteten Raum sich verlierend, liegen lose Häufchen und Fetzen von verschüttetem und weggewehtem Archivmaterial.

www.relax-studios.ch

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01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Gabrielle de Vietri
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Xavier Mary
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
Song-Ming Ang
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
"Super 8" - artist curated video exhibition
01.03.2012
Eröffnung/Opening:
ZUSPIEL/ Robert Lippok
Der Umzug des Künstlerhauses Bethanien wurde ermöglicht durch:

Impressionen vom neuen Standort:

Halleluhwah! Hommage à CAN


BE Magazin 18
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