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Corvus corone cornix, die Nebelkrähe, ist nicht irgendein
Rabenvogel. Sie ist ein Indikator für Ost und West. Weil die
Familienverbände der Krähen Europa unter-
einander aufgeteilt haben, trifft man Nebelkrähen nur östlich
der Elbe an, wo sie wie ihre westlichen Ver-
wandten an den Schnitt-
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stellen von Siedlungsraum und Natur als Kulturfolger leben.
Als der niederländische Künstler
Roderick Hietbrink auf dem Weg zu seinem Berliner Gastatelier die
ehemalige Grenze der alten politischen Macht-
blöcke überschritt, wechselte er also auch vom Lebensraum
der Rabenkrähe auf das Territorium der Nebel-
krähe, ein Detail seiner Recherche des urbanen Raums, das in
seiner Berliner Installation eine wichtige Rolle spielt.
Hietbrinks neue Installa-
tion “Corner Corone” besteht aus Videoprojek-
tionen und Klangquellen, die dem Publikum das Innere eines leerstehen-
den Berliner Büroneubaus zeigen. Es passiert nicht viel in
dem ungenutzten, unmöblierten Raum. Wenige Bewegungen, diffus
vorbeiziehende Schatten und Lichtwechsel veranschaulichen mehr das
Verstreichen der Zeit als eine fest umrissene Handlung, während
ein subtiler quadrophonischer Klang Ereignisse außer-
halb des Raums eher erahnen als erkennen läßt.
Hietbrink erforscht so, in welchem Maße
die Raum-
erfahrung manipuliert und die gewohnte urbane Umgebung neu gedeutet
werden kann. Die Wahr-
nehmung des Betrachters ändert sich durch seine Detailwahrnehmung.
Die gesteuerte Zufuhr nebensächlicher Verän-
derungen richtet seine Aufmerksamkeit neu aus. So wird Corvus corone
cornix zu einem perspektivischen Partner des Publikums, das mit
der Nebelkrähe eine unerwar-
tete Begegnung hat.
29. April – 16. Mai 2004 , Studio 2 |
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Jan Zakrzewski hat sich zum Ziel gesetzt, die Beziehungen
zwischen Polen und Deutschland in ihrer ganzen, noch immer von vielerlei
Emotionen geprägten Komplexität zu durchleuchten. Der
große Abstand, den er zu seinem Heimatland gewonnen hat –
er lebt seit zwanzig Jahren in den USA – erlaubt ihm, einen
unver-
krampften Blick außerhalb der existierenden Stereo-
typen auf das deutsch-polnische Verhältnis zu werfen und die
beiden Länder im Kontext einer jahrhundertealten europäischen
Geschichte zu betrachten. |
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Zakrzewski Installation konfrontiert den Besucher mit
politischen und nationalen Zitaten und Slogans aus der Vergangenheit.
Der Künstler hat den Raum symbolisch in zwei Hälften geteilt:
auf der einen Studioseite repräsentiert er Deutschland, auf
der anderen Polen. Einander gegenüberliegende Spiegel, zwischen
denen der Besucher hindurch geht, reflektieren die darauf angebrachten
polnischen und deutschen Zitate. Dem Betrachter wird also ein spiegel-
verkehrter Blick mit vertauschten Identitäten auf die „typische“
Identität der Nationen angeboten.
Darüberhinaus wandelt Zakrzewski die
histori-
schen und politischen Fakten in Abstraktionen um. Dabei kann das
Publikum nicht nur auf symbolisch auf der polni-
schen Grenze entlang-
schreiten. Es kann auch in der Apsis des Ausstel-
lungsraums einen „deutsch-polnischen“ Sternenhimmel
betrach-
ten, eine Einheitser-
fahrung zwischen den verschwimmenden Fakten der national-politischen
Identität.
29. April – 30. Mai 2004, Studio 1 |
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Mai/Juni 2004: Be Magazin #11: Ist die Krise
der Kunst eine Krise der Kunstkritik? Braucht Kritik mehr Ge duld
oder einen Kodex festerer Re-
geln? Wer liest Kriti-
ken? Gibt es Alterna-
tiven zu den ökono-
misch gefährdeten, mit dem Betrieb verschwisterten Betriebsorganen?
Außerdem 11 Künst-
lervorstellungen und 2 kuratorische Konzepte / 2 Inserts
Ab 24. Mai: Be #11
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Am 18. April schloss
die Ausstellung
.ipeg bild.ton.
maschine für das Publikum. Unsere Bilder zeigen einen kurzen
Rückblick auf ein kuratori-
sches Projekt, das dem Zusam-
menhang von Bild und Ton in der zeitgenössischen Kunst nachspüren
wollte - und sich dabei dr staren Abgrenzung der zeitgenössischen |

bildenden Kunst von Klang
und Musik widersetzte.
>> Zu den Bildern |
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