KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

Tarantel 2

Lucia Ganieva, Vadim Gushchin, Elin Høyland, Thomas Sandberg

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Lucia Ganieva, aus der Serie

Lucia Ganieva, aus der Serie "Dreaming Walls", 2010 / Courtesy Lucia Ganieva

Vadim Gushchin,

Vadim Gushchin, "Pills #3", 2013 / Courtesy Vadim Gushchin

Elin Høyland, aus der Serie

Elin Høyland, aus der Serie "The Brothers" (2001-2009) / Courtesy Elin Høyland

Thomas Sandberg,

Thomas Sandberg, "Erinnerungen an Ahrenshoop", 1982 / Courtesy Thomas Sandberg

Eine Tarantel ist eine Echte Webspinne aus der Familie der Wolfsspinnen. Dem Biss der Tarantel werden gemeinhin Vergiftungserscheinungen und Veitstanz zugeschrieben. TARANTEL 2 versucht auf Seite eines neugierigen Publikums Beute zu machen mit vier künstlerischen Positionen, die das Künstlerhaus Bethanien erstmalig in einen internationalen Zusammenhang stellt, dessen Bildwirklichkeit, ungeheuerlich verheißungsvoll und gefährlich sympathisch, seine weibliche Seite betont.

Elin Høyland zeigt unter dem Titel The Brothers Fotografien der beiden Brüder Harald (75) und Mathias (80) Ramen, die sie über mehrere Jahre begleitete und deren Alltagsroutine und festen Gewohnheiten dokumentierte. Høyland bildet die unverheirateten Männer in privaten Situationen und intimen Umgebungen ab – Vögel beobachtend, zum nächsten Supermarkt wandernd oder auf ihren Betten sitzend.
Mit Fotografien, die an Standfotos aus Filmen erinnern, versteht die Künstlerin in ihrem Werk familiäre Atmosphären herzustellen und gleichzeitig elementare Charakteristiken, wie zum Beispiel die einsame Lebensweise der Brüder einzufangen, die in der heutigen Gesellschaft nahezu unvorstellbar erscheinen mag./ www.elinhoyland.com

Lucia Ganievas Werk zeichnet sich durch fotografische Serien aus, die Porträts von Menschen in ihrer Umgebung zeigen. Ihre Arbeiten entstehen zumeist in Russland, da ihre Wurzeln dorthin zurückreichen und sie eine besondere Affinität zur russischen Bevölkerung und deren Kultur verspürt. Die Serie Dreaming in the Land of Birches zeigt Aufnahmen, die in der russischen Region Udmurtia entstanden sind und besteht aus zwei Teilen: zunächst bildet die Künstlerin die Menschen, Dörfer und Landschaften der Region ab. Deren besondere, religiöse Beziehung zur Natur findet sich in den Häusern und Wohnungen wieder: prachtvolle Fototapeten mit fantastischen Abbildungen von Wäldern, Seen oder Bergen macht Ganieva zum zweiten Teil ihrer Fotoserie und vermittelt dem Betrachter so eine unbekannte, geheimnisvolle Welt./ www.luciaganieva.com

Vadim Gushchins Werke zeigen ständig wechselnde, alltägliche Objekte wie Pillen, Briefumschläge oder Verschlüsse, die der Künstler zu Inszenierungen à la Malewitsch fügt und dann fotografiert. Er zieht sie aus ihren gewohnten Kontexten heraus, irgendwo auf ihrer Reise von der Fabrik zur Mülldeponie – oder zum Museum, dem „sakralen Müllhaufen der Kultur“, wie Gushchin formuliert. Die Betrachtung seiner Fotografien ist dazu angetan, eine individuelle Verbindung zwischen Konsument und Konsumgut hervorzurufen. Dem Künstler gelingt es, ein Produkt aus einem entfremdeten Produktionsprozess zu entfernen und dem Objekt zu einem individuellen Wert und einer persönlichen Beziehung zum Betrachter zu verhelfen./ www.vadimgushchin.ru/en/

Thomas Sandberg begann im Alter von dreißig Jahren in Ahrenshoop an der Ostsee zu fotografieren. Seine schwarzweißen Bilder zeigen den malerischen Ort (Werbeslogan: „ein Ort wie gemalt“), in einem Zustand, in dem er heute nicht mehr existiert. Es entstanden so nicht nur Bestandsaufnahmen, sondern Ansichten, die einen Seelenzustand wiedergeben, der das Unwiederbringliche erfasst. Sandberg bildete Nachbarn ab, die heute nicht mehr leben, oder seine eigenen Kinder, die zu der Zeit noch so klein waren, dass sie sich im Kornfeld verstecken konnten. Er überliefert private, bildgewordene Erinnerungen und versteht es, den Betrachter in eine greifbar erscheinende Szenerie und Gefühlswelt eintauchen zu lassen./ www.tomsand.com

 

AUSSTELLUNG
05.07. – 04.08.2013
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

ERÖFFNUNG
04.07.2013
19 - 22 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten