KÜNSTLERHAUS

BETHANIEN

Ausstellung

TARANTEL 1

Winfried Bullinger, Steffi Klenz, Melissa Moore, Rachel Rom, Kerstin Schröder

x
Winfried Bullinger, Porträt, aus der Serie Nomaden, 2009 / Courtesy Winfried Bullinger

Winfried Bullinger, Porträt, aus der Serie Nomaden, 2009 / Courtesy Winfried Bullinger

Steffi Klenz,

Steffi Klenz, "untitled" aus der Serie "Hewitt's Heap", 2012 / Courtesy Steffi Klenz

Melissa Moore,

Melissa Moore, "Flotsam", 2012 / Courtesy of Metronom, Modena

Rachel Rom,

Rachel Rom, "Nucleus", 2013 / Courtesy Rachel Rom

Kerstin Schröder,

Kerstin Schröder, "Studie nach Grünewald", 2012 / Courtesy Kerstin Schröder

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht "TARANTEL 1", Foto: Eric Tschernow

Eine Tarantel ist eine Echte Webspinne aus der Familie der Wolfsspinnen. Dem Biss der Tarantel werden gemeinhin Vergiftungserscheinungen und Veitstanz zugeschrieben.
TARANTEL 1 versucht auf Seite eines neugierigen Publikums Beute zu machen mit fünf künstlerischen Positionen, die das Künstlerhaus Bethanien erstmalig in einen internationalen Zusammenhang stellt, dessen Bildwirklichkeit, ungeheuerlich verheißungsvoll und gefährlich sympathisch, seine weibliche Seite betont. Ob das Anschauen dieser Bilder gefährliche Auswirkungen auf die Besucher hat, mögen die selbigen selbst entscheiden.

Winfried Bullingers Fotografien legen den Schwerpunkt auf die Darstellung der condition humaine. Er zeigt drei Frauenpoträts aus der Serie Nomaden, Angehörige von Völkern, die bislang weitgehend autonom zwischen dem Blauen Nil und dem Turkana-See in Afrika leben. Auch dort führen die globale Suche nach Ressourcen, ausbleibende Regenzeiten, politische und bewaffnete Konflikte zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Bullingers Fotografien, die in schwarz-weiss mit einer analogen Großbildkamera und bei natürlichem Licht entstehen, bewegen sich zwischen Dokumentation und Inszenierung. / www.wbullinger.com

Steffi Klenz‘ Arbeit entfaltet sich an urbanen Plätzen und Gebäuden. Dabei handelt es sich nicht um Architekturfotografie, sondern das Werk begegnet dem fraglichen Raum als einem Schauplatz des Transitorischen und der Transformation. Für den Surrealisten Louis Aragon waren Gebäude “Schwellen zu einem Königreich des Wunderbaren” und so präsentiert auch Klenz das Haus als etwas, das mehr darstellt als die von Le Corbusier identifizierte “Wohnmaschine” der Moderne: ein Theater des Häuslichen, das die Umgebung drinnen als geheimnisvollen, fragmentierten Raum darstellt. / www.steffiklenz.co.uk

Melissa Moore zeigt unter dem Titel Land Ends eine Auswahl von Fotografien, die auf Hornby Island, Kanada entstanden. Ihre Arbeit nimmt sich die Architektur dieses Ortes zum Vorbild und bezieht ihre Inspiration von Shelter, einem Buch, das 1973 erstveröffentlicht wurde und die derzeitige Revolution des „Green Building“, des nachhaltigen Bauens hervorbrachte. / www.melissamoore.info

Rachel Rom benutzt bereits als solche gezeigte Porträts als Rohmaterial für ihre Installationen echo, vector, remanence und nucleus und hinterfragt darin sowohl die Beziehung zwischen Autor und Werk als auch die Definition von Kunst. Sie bedient sich des Konzepts der Distanz, um die Vergänglichkeit des materiellen Werks vorzuführen und fotografiert Porträts erneut, um ihnen so etwas Bleibendes in der Zeit zu geben. Ihre Subjekte bewegen sich in der Zeit vorwärts, aber altern nicht – ganz so, als wären sie “renoviert“ worden. / www.rachelrom.com

Kerstin Schröders Arbeit Studie nach Grünewald zeigt einen zum Schrei verzerrten Männerkopf – die Übersetzung einer Zeichnung von Matthias Grünewald in die dritte Dimension. Das bei Grünewald so identifikatorische und damit trostspendende Motiv des Schmerzes wird in der Skulptur zum gewünschten Ergebnis einer obsessiven weiblichen Rachefantasie – ein ironischer Kommentar gegenüber der Immanenz einer sexistischen Wirklichkeit. Virago I ist ein naturgetreuer Bronzeabguss eines alten Leder-Kummets. Mit seiner unverkennbaren Nähe zum weiblichen Geschlecht erweitert es die Frage von Machtbeziehungen zwischen Mensch und Kreatur hin zu Mann und Frau. / www.kerstin-schroeder.de

AUSSTELLUNG
12.04. – 05.05.2013
Di - So: 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

ERÖFFNUNG
11.04.2013
19 h

Mit freundlicher Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten